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    Gedichte zur Trauer  
     
  Da steht ihr nun, wollt mich betrauern ihr glaubt, dass ich hier unten bin: ihr mögt vielleicht zunächst erschauern doch schaut einmal genauer hin. Ich bin nicht hier - wie ihr vermutet, mein Körper mag hier unten sein, doch während die Musik noch tutet bin ich schon lang nicht mehr allein. Seht ihr die Blätter dort im Wind? Es sind sehr viele, sicherlich, doch achtet drauf wie schön sie sind; und eins der Blätter, das bin ich. Seht die Wolken am Himmel ziehen, schaut ihnen zu und denkt an mich, das Leben war doch nur geliehen und eine Wolke, das bin ich. Die Schmetterlinge auf der Wiese, perfekt erschaffen - meisterlich, ich bin so fröhlich grad wie diese, und einer davon - das bin ich. Die Wellen, die vom Bach getragen, erinnern sie vielleicht an mich? Ihr müsst nicht lange danach fragen: denn eine Welle - das bin ich! Blumen erblühen in all ihrer Pracht die Rose und selbst der Wegerich, und alle sind für euch gemacht und eine Blume - das bin ich. Ich möchte nicht, dass ihr jetzt trauert, für mich wär das ganz fürchterlich. Tut Dinge, die ihr nie bedauert: Denn Eure Freude - das bin ich!  
     
  Verzerrt durch Raum und Zeit spüre ich ein Seufzen und höre deine Stimme, die den schwarzen Vogel ruft, am Fenster zur Unendlichkeit. Schon schwebt er sanft herein, läßt sich bei dir nieder und schaut dich wartend an. Du nickst ihm dankbar zu und fühlst dich nicht allein. Dein Tod kommt ohne Schmerzen, ich seh dich darauf warten und deinen Blick zurück. Der Zeitpunkt paßt, du gehst mit leichtem Herzen. Ich hebe noch zum Gruß die Hand, hör dein erlöstes Lachen. Du fliegst an mir vorbei und folgst jetzt deiner Lebensspur in ein anderes Land.
 
 
     
   Du siehst den Garten nicht mehr grünen, in dem du einst so froh geschafft. Siehst deine Blumen nicht mehr blühen, weil dir der Tod nahm deine Kraft. Was du im Leben hast gegeben, dafür ist jeder Dank zu klein. Du hast gesorgt für deine Lieben, von früh bis spät, tagaus, tagein. Du warst im Leben so bescheiden, nur Pflicht und Arbeit kanntest du. Mit allem warest du zufrieden, nun schlafe sanft in stiller Ruh'.  
     
     
 
                  
 
 
 
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