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Kindermärchen der Brüder Grimm

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Die sieben Raben!

Einem Vater wird nach sieben Jungen endlich ein Mädchen geboren. Der Vater schickt seine Söhne Taufwasser für das Töchterchen zu holen. Da diesen jedoch der Krug in den Brunnen fällt und sie nicht zurückkommen, spricht er in seiner Angst: „Ich wollte, dass die Jungen alle zu Raben würden.“ Der gedankenlose Wunsch wird umgehend erfüllt – der Vater sieht sieben Raben durch die Lüfte flattern.

Das Töchterchen wächst auf, ohne zu wissen, dass es Brüder gehabt hat, denn die Eltern verschweigen ihr deren Schicksal. Endlich erfährt es durch andere Leute was geschehen ist, und dass diese ihr die Schuld an dem Vorgefallenen geben. Obwohl die Eltern ihr erklären, sie könne nichts für das Verhängnis, fühlt es sich weiter schuldig und macht sich allein auf den Weg, die Brüder zu erlösen.

Das Mädchen durchwandert die ganze Welt, kann ihre Brüder aber nicht finden. Endlich, die Welt ist zu Ende. Sie kommt zur Sonne, dann zum Mond, die ihr aber mit ihrer Hitze und Kälte beide feindlich gesinnt sind. Die Sterne jedoch sind ihr freundlich gesinnt, und der Morgenstern gibt ihr ein Hinkelbeinchen, mit dem es den Glasberg aufschließen könne – dort seien die Brüder zu finden. Am Glasberg angekommen, hat das Mädchen das Beinchen, den Schlüssel, verloren. In ihrer Not schneidet es sich einen Finger ab, steckt ihn in das Schloss, und das Tor öffnet sich. Drinnen trifft es auf einen Zwerg, der sagt ihr, die sieben Raben seien nicht zu Haus, aber es deckt ihr den Tisch mit sieben Tellern und Bechern. Das Mädchen nimmt von jedem etwas, und in den letzten aber lässt sie ihren Ring fallen. Als die Raben zurückkehren, wollen sie essen, bemerken aber, dass jemand ihnen zuvor gekommen ist. Sie sprechen: „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen? Wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Das ist eines Menschen Mund gewesen.“ Der siebente Rabe findet auf dem Grund seines Bechers den Ring, erkennt ihn und wünscht sich die Schwester herbei. Sie tritt hervor, und die Brüder sind erlöst.

 
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